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Sagenhaftes

Der Name Ohrdruf

Der Name von Ohrdruf

Bei Ohrdruf fließt ein Wasser, die Ohre, nach dem auch die Stadt genannt wurde, es soll aber dieser  Fluß seinen Namen Ore selbst erst von dem Gold (aure) erhalten haben, das er in früherer Zeit mit sich führte und aus den Bergen wusch. So wollen noch Andere den Namen den Namen der Stadt herleiten, in dem sie sagen, es habe ein bekutteter Mönch im Gebirg nach Wasser gesucht, habe auf einen Platz tief im Walde sein Ohr auf die Erde gelegt, (Ohr drauf, nach thüringischer Mundart druf), hierauf der Bergquellen Getön vernommen, ihm nachgegraben und so das Entspringen der Ohre veranlaßt.

Bonifatius kommt an die Ohra

Bonifacius kommt an die Ohra

Der Heidenbekehrer Bonifacius nahm seinen Zug aus Hessen zum zweiten Mal in das Thüringer Land; dort hatte er die Donnereiche bei Hofgeismar gefällt, im Eichsfeld das Bild des Götzen Stuffo zerstört und den Dienst des Biel, der Ostara, Lahra und Jecha ausgerottet; nun gelangte er in die Gegend an der Ohra und predigte auch hier das Christentum. Die Sage nennt zwei reiche Dynasten des Landes, Herrn Haug oder Hugo, einen Grafen von Käfernburg und einen Ritter Albolt, die zu den ersten seiner Neubekehrten gehörten. Sie schenkten ihm ein großes Teil vom Land und er blieb längere Zeit daselbst, lehrte und taufte und bekehrte viele Heiden. Eines Abends übernachtete er unter einem Gezelte am Ufer der Ohra, da erblickte er plötzlich eine überirdische Helle, der Himmel öffnete sich und es floß ein wunderbarer Lichtstrom herab. In diesem großen Glanze, der alles ringsum erleuchtete, erschien der Erzengel Michael, sprach den frommen Mann Mut ein zur Verfolgung seines heiligen Werkes und stärkte ihn zum unerschütterlichen Glauben. Als es Tag geworden war, brachte Bonifacius dem Herrn für dieses Gesicht sein Dankgebet und fromme Gelübde dar.

Ein Adler speist Bonifatius

Ein Adler speist den Bonifacius

Es geschah, dass Bonifacius seinem Diener gebot, Speise zuzurichten, und dieser kleinmütig klagte, wie der ganze Vorrat aufgezehrt sei und er nicht wisse, woher etwas zu bekommen. Dem antwortete der Fromme: Lieber, meinst du, dass der, welcher in der Wüste ein ganzes Volk vierzig Jahre lang mit dem Brode des Himmels speiste, nicht auch mir und Dir Speise verleihen werde? Decke getrost den Tisch. Als Bonifacius so gesprochen und der Diener nach seinem Geheiß gethan, siehe, da schwebte ein Adler her, der hatte in seinem Schnabel einen starken Fisch und ließ den auf den Tisch fallen. Der fromme Mann, prieß dankend den Herrn, ließ den Fisch zurichten, sättigte sich wie seinen Diener und ließ die Reste der Mahlzeit in die Ohra werfen.

Das Michaeliskloster Ohrdruf

Michaelskloster zu Ohrdruf

Der fromme Bonifacius erbaute an der Stelle , wo ihn der Erzengel Michael einer wunderbaren Erscheinung gewürdigt hatte, ein Kloster und eine Kirche und weihte sie in die Ehre des Erzengels ein. Das Land wae fast noch wüste und so mußten erst Hecken und Sträuche ausgerottet werden. Ohrdruf stand noch nicht. Die ersten Klosterbrüder führten ein dürftiges und geringes Leben und mußten sich, weil sie nicht betteln wollten, von ihrer Hände Arbeit ernähren und kleiden. Doch mehrten sich nach allen Seiten die Bekenner des Christenthums und hernach gründete Bonifacius noch die Stiftskirche Beata Maria zu Erfurt, auch viele Klöster und Kirchen in anderen thüringischen Orten, in Kreuzburg, bei Treffurth, Salza, Thomasbrück, Vargula, Langensalza u.s.w.. Der fromme und heilige Mann wirkte in Thüringen manches Wunder, deren noch zu gedenken und mehr als eine thüringische Stadt nahm ihn zum Schutzpatron an, so Arnstadt, Salzungen und andere.

Die Zerstörung des Kloster

Kloster St. Michael wird zerstört

Als man nach Christi Geburt neunhundert und neun Jahre zählte, zogen abermals die Ungarn, die noch Heiden waren, nach Thüringen und verheerten das Land. Zu dieser Zeit wurden, wie ein erfurtischer Mönch geschrieben hat, sechzehn Mönchs- und Nonnenklöster in Thüringen zerstört, darunter auch St. Michael zu Ohrdruf, doch wurde dasselbe hernachmals  durch frommer Leute Hilfe schöner und reicher wieder hergestellt, wie sich ergibt aus alten Briefen. Damals, als die Hunnen so grausam einfielen, war ein Herzog von Thüringen, Namens Burkhart, der sandte umher zu den Herzogen von Sachsen, Oesterreich, Bayern, Schwaben und Franken um Hülfe, die kamen auch zu ihm mit großer Heeresmacht und trafen auf das Hunnenheer mit acht Bannern. Da geschah eine große Schlacht bei Eisenach, in welcher zwei Drittheile der Hunnen erschlagen wurden, aber auch gedachter Herzog Burkhart blieb im Felde, mit ihm der Herzog von Oesterreich und viele andere Grafen und Herren.

Der Goldberg bei Ohrdruf

Vom Goldberg bei Ohrdruf

Über Ohrdruf gegen Mittag ist ein Berg, heißt der Goldberg und hat vor Zeiten das Gericht darauf gestanden, dort sind 5 Lachter von der Gerichtsstätte zur Linken, Körner wie Stecknadelkuppen  gefunden worden und zwei Lachter in der Tiefe trifft man an derselben Stelle einen rothen Kies, halb kupfer- und halb silberhaltig an, eine Schicht drei Ellen dicht, zwei Ellen breit und 300 Lachter vom Morgen nach Abend dem Gericht gegenüber fortstreichend. Davon gibt der Zentner 25 Pfd. Erz, nämlich 13 Pfd. Silber und 12 Pfd. Kupfer und vier Zentner des wilden Erzes gehen ein Zentner reines gediegenes gemischtes Erz. So gehen alter Bergmannssagen viele in jener Gegend, die Schätze sind da und harren nun auf den, der sie zu finden und zu heben weiß.

 

Auszug aus Ludwig Bechsteins Sagen

 

Der Freischuss

 

In den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges soll in Ohrdruf ein Jüngling in den Verdacht eines Verbrechens geraten sein, das nach den damaligen Gesetzen mit dem Tode bestraft wurde. Deshalb wurde er angeklagt und in Haft genommen. Im finsteren Kerker wollte man ihn zum Geständnis zwingen. Abgeschieden von der Welt verbrachte er einsame Tage, umso trauriger da er die strengen Richter nicht von seiner Unschuld überzeugen konnte. Da er nicht gestehen wollte, wurde er zum Kohltor geführt, wo die damals übliche Folter stattfand. Mit der Zeit wurden die Schmerzen unter der ständigen Tortur so unerträglich, dass er einen kurzen Todesschmerz den andauernden Qualen vorzog und deshalb seine Schuldigkeit erklärte.

An einem frühen Morgen trat der Verurteilte seinen letzten Gang zum Waldtor an, wo er mit dem Schwerte hingerichtet werden sollte. Hinterher zog feierlich eine große Anzahl der hiesigen Einwohner, die um die Richtstätte einen großen Kreis bildeten. Ein Geistlicher betete ein letztes Mal mit dem Sünder, der augenscheinlich zum Tode bereit, wohl in Gedanken noch leise zu Gott um Rettung flehte. Das Todesurteil war gesprochen und der Scharfrichter war mit seiner in der Sonne blitzenden Klinge zur Vollstreckung bereit.

Plötzlich vernahmen die Anwesenden den Hufschlag und das Schäumen eines heransprengenden Rosses. Wie auf Sturmesflügeln kam ein Reiter im purpurroten Mantel durch das Tor geflogen, mit dem lauten Ausruf: „Gnade!". Er drang durch den Menschenkreis und sprach den Verurteilten vor den Richtern frei. Unter den Augen der staunenden Richter und dem Gemurmel der Umstehenden beteuerte er die Unschuld des Jünglings und wollte als Beweis in einen Stein schießen und dadurch den wahren Schuldigen töten. Auf einen Sandstein am Tor schrieb er geheimnisvolle Zeichen, nahm daraufhin ein geladenes Gewehr und feuerte es auf die Stelle ab. Drei Blutstropfen quollen aus dem Einschussloch und gruben sich unvergänglich in den Stein ein. Der Reiter verschwand danach genauso schnell wie er gekommen war.

Zur gleichen Zeit aber eilten einige Bewohner des Dorfes Mühlberg aus ihren Wohnungen zu dem Weg der nach Ohrdruf führt. Denn dort lag ein Mensch in seinen letzten Atemzügen, aus einer Schusswunde in seinem Herzen quoll das Blut in Strömen. Keine mörderische Waffe und kein fliehender Verbrecher waren zu sehen und niemand hatte einen Schuss vernommen. In dem Toten wurde ein Bürger aus Ohrdruf erkannt.

Das Mal am Waldtor, die drei blutfarbenen Flecke, wurden ab diesem Tage von den Bürgern von Ohrdruf als Freischützenschuss bezeichnet.

Im Jahre 1834 ist das Tor, samt Freischützenschuss abgetragen worden und so verloren gegangen. Die Sage davon lebt jedoch im Volksmund weiter.

 

Die rote Hanne

 

In Ohrdruf hatte eine Magd vierzehn Jahre lang in einem Gasthof gedient und wollte nun zu ihrem Bruder, dem Pfarrer in Lambach, um dort den Haushalt zu führen. Am Morgen des Abschieds zahlte ihr die Wirtin an einem Tisch neben dem Ofen den verdienten Lohn aus und legte für ihren fleißigen Dienst noch zwei Taler dazu. Weder die Wirtin noch die Magd Johanna bemerkten, dass noch ein Fremder nebenan in der Wirtsstube saß, der scheinbar schlafend, gierig den Worten der Frauen und dem Klang der Taler lauschte. Der Fremde war Limpert aus dem Schmalkaldischen, ein Räuber der im Wirtshaus den ruhigen Mittag abwartete, an dem keine Landreiter unterwegs waren.

Nach tränenreichem Abschied machte sich Johanna alsbald auf die Reise, die Kirchgasse hinauf Richtung Berg. Sie ging allein und trotzte so den Bedenken der Wirtin, denn sie war ein Landkind, das die Ängste der Kleinstädter vor der Nacht und den einsamen Wegen nicht kannte. Munter schritt sie über die Felder und Wiesen, wo sich der Reif der Nacht unter den wärmenden Strahlen der aufsteigenden Sonne in grün schimmernde Nässe auflöste, die in Tropfen an den welken Blüten der Obstbäume hing. Oben am Waldrand angekommen, sah sie einen Reiter, der sein Pferd antrieb und der zu ihrem Schreck den Weg verließ und nun gerade auf sie zukam. Es war der Limpert, der ihr weißes Bündel erspäht hatte, in dem er ihren Lohn wusste. In der Eile der Flucht sprang sie unglücklicherweise in eine Mulde und blieb mit ihren Kleidern in einem Brombeerstrauch hängen. Ihr Bündel warf sie noch schnell hinter sich in ein Brennnesselloch bevor der Räuber sie am Arm packte und aus dem Gebüsch zerrte. Das Pferd am Zügel in der linken und ein Messer in der rechten Hand haltend, verlangte er ihr Geld und drohte mit fuchtelnder Klinge, dass sie still sein solle. Johanna wollte lügen und sagte sie hätte kein Geld bei sich. Doch Limpert wusste es ganz genau und nannte ihr sogar die Anzahl der Taler die ihr die Wirtin ausgezahlt hatte. Da sie dennoch nichts hergeben wollte, wurde er wütend und fing an ihr die Kleider vom Körper zu reißen bis sie nur noch in den Schuhen vor ihm stand. Er wurde jetzt noch zorniger, weil er nichts in den Sachen gefunden hatte und rückte ihr mit dem Messer zu Leibe. So wild wie er war sie mittlerweile aber auch und im Trotz wollte sie lieber sterben als diesem Räuber ihren Lohn zu lassen. Die nackte Magd stand mutig vor dem Messer, das groß genug war eine Kuh zu schlachten und war bereit den Limpert an der Gurgel zu packen. Schon ging er auf sie los, als ihn das Weiß des Bündels aus den Brennnesseln ins Auge stach. Von Gier getrieben vergaß er alle Vorsicht und ließ, eilig in die Mulde springend, sein Pferd bei Johanna zurück. Schnell riss sie das Ross herum, sodass es erschrocken davonjagte. Mit viel Mühe hielt sie sich gerade noch am Lederriemen fest und lag nun quer über dem Rücken des Tieres. Limpert jagte noch einen Pistolenschuss hinter ihr her, doch die Kugel verfehlte nur knapp und machte das Pferd noch wilder, sodass es mit seiner ungeübten Reiterin, die sich jetzt im Sattel hielt, gen Tal hetzte. Was für ein Bild bot sich da den Ohrdrufer Bürgern, als die nackte Magd Johanna auf dem Pferde, die langen roten Haare wie eine Fahne im Wind wehend, zwischen den Häusern hindurch bis vor das Wirtshaus sprengte. Sie musste scharf abbremsen und riss die Zügel nach hinten, wodurch das Pferd aufbäumte und sie in einen Heuhaufen warf. Trotz vieler Schrammen hielt sie das Tier am Zügel bis es zum stehen gebracht war. Der Schrecken fuhr ihr in die Glieder, denn viele Augen starrten das nackte Menschenkind an, bis die Wirtin schnell den Mantel des Wirts vom Haken holte und ihre Blöße bedeckte. Johanna schrie nach Pferden und Waffen, denn sie wollte ihre Habe zurück. Die nackten Beine unter dem langen Mantel heraushängend, ritt sie an der Spitze der Männer aus Ohrdruf zurück zum Ort des Überfalls. Ihr Bündel fanden sie zerrissen vor, der Inhalt auf dem Boden verstreut. Nur die Taler fanden sie nicht. Sie waren verschwunden genauso wie der Limpert. So sehr sie auch suchten, es fehlte jede Spur von ihm. Nur sein Pferd hatte er zurückgelassen. Johanna führte es weinend, weil sie ihr Erspartes verloren hatte, bis in den Stall des Wirts. Doch als sie den Sattel abheben wollte und er ihr zu schwer vorkam, suchte sie nach der Ursache und entdeckte einen Gurt, darin mehr als 100 Dublonen. Ehrlich wie sie war, brachte sie das Geld zum Gericht und bekam von diesem einen reichlichen Teil als  Belohnung zugesprochen. Nach einigen Tagen wurde sie von ihrem Bruder abgeholt und saß neben ihm im Wagen, im neuen Kleid, das ihr die Wirtin geschenkt hatte.

In Ohrdruf blieb das Bild von Johanna in vielen Augen lebendig, wie sie nackten Leibes, ihre Haare wie eine feurige Fahne im Wind flatternd, durch die Stadt ritt.

Seither spricht man im Thüringer Land von der roten Hanne.

 

Die schöne Bolfriana

 

Nahe der Stadt Ohrdruf ragt ein Berg aus dem Grün des Waldes in das Land.

Der Schlossberg soll, wie der Name schon sagt, einst eine Burg getragen haben. Trotz der Spuren von Befestigungsanlagen, stand dort, auf Grund der geringen Fläche des Gipfels, höchstens einmal ein Wartturm der Kevernburger, wie er heute noch als Ruine bei Luisenthal zu finden ist (Käfernburg). Aus dem Hörnings- oder Harlungsbrunnen am Fuß des Schlossbergs, in der Nähe der Scherershütte, sprudelt eine Quelle, die uralt sein soll, obwohl sie erst 1555 urkundlich erwähnt und 1558 eingefasst worden ist.

So wie die Stadt Ohrdruf ein Ort der Geschichte ist, bietet sich die Gegend rund um den Schlossberg bestens für die Sagendichtung an. Eine Sage handelt vom Schicksal der schönen Bolfriana:

 

In alten Zeiten soll auf einem hohen Berg ein Schloss gestanden haben von dem aus der Herzog Albe mit seinen Rittern herrschte. Seine Frau, Bolfriana, war ein Geschöpf von edlem Ansinnen, voller Güte, Liebe und Reinheit. Was sie an Frohsinn verbreitete, zerstörte ihr Gatte, denn dieser lebte in finsterer Leidenschaft und errang seinen Reichtum durch Raub und Mord. Die schöne Bolfriana nahm seine Schandtaten mit schmerzendem Herzen hin. Dennoch schlich sie sich in stillen Nächten in den Kerker und befreite die Opfer seiner Verbrechen. Albe ließ sie dafür bis aufs Blut auspeitschen. Zwar ertrug sie im festen Glauben an das Gute alle Schmerzen, doch schwand mit jedem Rutenhieb die Treue zu ihrem Ehemann. So kam es, dass sie sich dem Edelpagen Jung-Iron hingab und fortan schöne Stunden mit ihm verbrachte. Wenn draußen der Herzog grausam regierte, kehrten im Schloss die Freuden der Liebe ein. In Bolfrianas Armen fand Iron sein Glück und die Herzogin kam wieder zu neuem Lebensmut. Doch in den kalten Prunkgemächern des Schlosses, im stummen Gehorsam zum Ehegatten, fühlte sie sich wie tot. Mit jedem Tag wuchs in ihr die Sehnsucht nach draußen in die lebensfrohe Welt zu flüchten, zusammen mit ihrem Edelpagen. Oft wollte sie sich am Herzog für seine Taten rächen, doch siegte in ihr stets das gute Wesen. Der bösartige Gatte aber lachte nur über ihr offensichtliches Leid und kümmerte sich nicht um ihre Tränen.

Eines Abends im großen Festsaal, saß der Herzog mit seinen Männern und wie so oft betrank er sich mit Wein. Da erschien die Schlosswache und brachte Bolfrianas Krone. Ihre Besitzerin war geflohen. Der trunkene Rittertross rannte zu den Waffen und eilte den Berg hinab. Bald fanden sie Bolfriana und Jung-Iron, der sich schützend vor seine Geliebte stellte. „Verflucht seiest du für alle deine Taten", rief er, zog seinen Degen und kreuzte mit Albe die Klinge. Doch dieser war zu stark und streckte ihn mit einem fürchterlichen Schlag nieder. Er fuhr so heftig auf Iron ein, dass sein Schwert Bolfrianas Leib mit erfasste. Das Blut der beiden floss leise in das Blütengras und Bolfriana starb in Irons Armen. Dem Herzog war es egal, „Den Iron soll der Satan holen!", rief er „und das Weib ist Rabenfraß!". Er lachte über Irons Fluch: „Verfluchen? Davor sollen sich Andere fürchten. Die beiden Toten versüßen mir den Tag, ihr Blut erinnert mich an meinen Frankenwein. Lasst uns weiter trinken!" Und so ritt er mit seinen Schergen in das Schloss zurück.

Bald saßen sie wieder im Saal beim Trinkgelage. Schnell nahm ihnen der Wein alle Sinne und sie fielen in einen tiefen Schlaf. Als kein Auge mehr wachte, ergriff das Feuer der Fackeln den ganzen Raum, der dichte Rauch nahm die Luft zum Atmen und erstickte alles Leben. Lichterloh brannte das ganze Schloss, der Fluch war wahr geworden. Vernichtet wurden alle Spuren von Herzog Albes Existenz.

Am Fuß des Berges entspringt seitdem eine Quelle aus dem Stein. Es sind die Tränen der schönen Bolfriana, sie weint Tag wie Nacht und klagt ihr Leid im Quellenlied. Auch im Tod ist ihr keine Ruhe beschieden, denn nach wie vor sucht sie ihr Lebensglück und deshalb kehrt sie jede Nacht zum Ort ihres Todes zurück.

 

Veranstaltungen

Termin

Titel: Orgelmusik am Altjahresabend
Startdatum: 31. Dezember
Startzeit: 18:00
Stoppzeit: 18:30
Veranstalter: Evangelisch Lutherische Kirchgemeinde Ohrdruf
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