Schloss Ehrenstein
Das historische Kleinod zählt zu den schönsten Renaissanceschlössern Mitteldeutschlands. Es wurde 1550-1590 im Auftrag von Graf Georg II. von Gleichen errichtet. Die kunstvoll geschmückten Ziergiebel, Erker und Tordurchfahrten sind nach italienischem Vorbild gestaltet und stellen eine bildhauerische Meisterleistung dar.
Schloss Ehrenstein Ohrdruf©Me.Fotografie (M. Erbe)
Innenansicht KUBUS MAGICUS
Schloss Ehrenstein Ohrdruf
Eintrittspreise
| Einzelticket | 12,00 € |
Familienticket | 40,00 € |
Kinder bis 10 Jahren erhalten freien Eintritt. |
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ermäßigt*/ Gruppen ab 20 Personen | 10,00 € |
Schüler (11-18 Jahre) im Rahmen eines Schulausfluges | 5,00 € |
Jahreskarte | 36,00 € |
Jahreskarte Familie | 120,00 € |
Jahreskarte ermäßigt* | 30,00 € |
*schwerbehindert + Begleitperson; Studenten & Auszubildende bis 27 Jahre; Bürgergeld- und ALG I Empfänger sowie Besucher, die Leistungen nach dem 12. Sozialgesetzbuch (SGB XII) erhalten (Grundsicherung und Sozialhilfe).
Die Berechtigung auf den Erwerb eines Tickets zum ermäßigten Preis ist durch Vorlage eines entsprechenden Dokumentes (Bescheid, Sozialpass o. ä.) nachzuweisen.
Öffnungszeiten
Montag & Dienstag | geschlossen |
Mittwoch - Freitag | 10:00 - 16:00 Uhr |
Samstag & Sonntag | 10:00 - 17:00 Uhr |
Januar | geschlossen |
Hinweis: | Das Museum hat Pfingstsonntag (08.06.2025) und Pfingstmontag (09.06.2025) zwischen 10:00 Uhr und 17:00 Uhr geöffnet |
Anfahrt
mit dem Auto:
über die Straße "An den drei Teichen" (Parkplatz "Schloß")
oder den öffentlichen Verkehrsmitteln mit dem Routenplaner des VMT-Thüringen:
https://vmt.hafas.de/bin/query.exe/dn?protocol=https
Die Ausstellungen
KUBUS MAGICUS
Im Kubus Magicus erleben Sie die effektvoll in Szene gesetzte Geschichte Ohrdrufs digital und in einmaliger Umgebung. In der 360° rundum verspiegelten Raum-im-Raum-Installation entsteht ein Gefühl der Unendlichkeit, während auf 14 LED-Flächen 8 Filme gleichzeitig ablaufen und der Besucher in das Geschehen eintaucht. Die Inszenierung ist zweisprachig (dt./ engl.) abrufbar, wie auch alle anderen Texte im Museum Schloss Ehrenstein.
Musik im Mondschein
Die Dauerausstellung im Museum Schloss Ehrenstein befasst sich mit Johann Sebastian Bachs Kindheit und Jugend in Ohrdruf von 1695 bis 1700 und der von Johann Christoph Bach begründeten Ohrdrufer Bach-Linie. Im Fokus dabei stehen das berühmte Schulmatrikel als Originalquelle zu JSB sowie die Erkenntnis, dass der junge Bach in Ohrdruf bei seinem Bruder Johann Christoph das Orgelspiel erlernt und die Funktionsweise einer Orgel kennengelernt hat. Die „Mondscheinanekdote“ hat ebenso ihren Platz wie auch JSB Tätigkeit als Kurrendesänger. Musikalische Vorbilder für das spätere Schaffen Bachs und deren einmalige Neuinterpretationen durch den Organisten Jens Goldhardt aus Gotha sind in einer Hörstation zu finden. Weitere Vertreter der Ohrdrufer Bachfamilie werden mit Scherenschnitten aus der berühmten Silhouettensammlung des Bachhauses Eisenach vorgestellt. Ein Highlight der Ausstellung ist ein von Grafiker Jonas Lauströer aus Hamburg gezeichneter Trickfilm zu Bachs Capriccio sopra la lontananza de il fratro dilettissimo, BWV 992, der in Anlehnung an den Titel den Weggang JSBs aus Ohrdruf auf phantasievolle Art thematisiert und darstellt.
Als Saurier durch Ohrdruf schwammen - Die phantastische Reise ins Muschelkalkmeer
Die Geologieausstellung "Als Saurier durch Ohrdruf schwammen - Die fantastische Reise ins Muschelkalkmeer" ist ein Kern der Dauerausstellungen im Museum Schloss Ehrenstein. Wie der Titel verrät, richtet sie das Augenmerk auf die Zeit des Oberen Muschelkalks. Während dieser Phase in der Erdgeschichte war unsere Region Teil eines großen subtropischen Binnenmeeres. Sinnbildlich für diese Zeit sind Ceratiten (Ceratites Nodosus), deren gerollten Gehäuse zeittypische und heute weitverbreitete Fossilien sind, die auch "Ammonshörner" genannt werden. Die Gehäuse sind Überreste von im Meer lebenden Kopffüßern. In der Ausstellung ist zum einen ein selten so gut erhaltenes und wieder zusammengesetztes Sohlrinnenpflaster mit zahlreichen Ceratiten zu sehen, das 2016 bei Haina gefunden worden ist. Zum anderen zeigt eine Tafel mit nachgebildeten Ceratitenfossilien deren Entwicklung im Laufe der Millionen Jahre. Diese täuschend echt aussehenden Ceratiten sowie viele weitere Ursaurier und Pflanzen wurden vom vielfach ausgezeichneten Paläo-Künstler Sebastian Brandt für das Museum angefertigt.
Mission Weltwirtschaft - Ohrdrufer Erfolgsgeschichten vom Schaukelpferd zum Bauhausstuhl
Wussten Sie, dass Ohrdruf die Heimatstadt des fellbezogenen Schaukelpferds ist?
Die Firma CEBASO war in den 1920er Jahren Ohrdrufs größter Spielwarenhersteller. Das breit gefächerte Produktrepertoire umfasste von Schaukelpferden, Spiel- und Tretautos sowie Puppenmöbeln und Kaufmannsläden bis hin zu Kleinkarussells alles, was Kinderherzen höherschlagen ließ. CEBASO-Spielzeuge hatten nicht nur in Deutschland, sondern weltweit einen festen Platz in den Kinderstuben.
Auch für Freunde des Bauhaus-Stils sollte der Name CEBASO ein Begriff sein: Zusammen mit dem bekannten Möbeldesigner Erich Dieckmann (1896-1944) produzierte das Unternehmen 1931-1934 Möbel wie Stühle, Sessel, Liegen und Tische aus Stahlrohr nach Dieckmanns Entwürfen. Der reichhaltige Erfahrungsschatz in der Spielwarenproduktion und die großen Produktionskapazitäten für Serienproduktion führte dazu, dass CEBASO zur „Leibfirma“ Dieckmanns avancierte. Dieckmanns Stahlrohrmöbel aus Ohrdruf sind heute gefragte Sammlerstücke. So befindet sich hier die weltweit größte Anzahl an Stahlrohrstühlen von Erich Dieckmann in einer Dauerausstellung.
Auch die heute weltbekannten Kewpies wurden original in Ohrdruf produziert und traten von hier aus ihren Siegeszug als Glücksbringer um die Welt an.
Geschichte des Schloss Ehrenstein
Schloss Ehrenstein, um 1930
Schloss Ehrenstein, 1960er Jahre
Schloss Ehrenstein, 1985©Einheitsgemeinde Ohrdruf (Dr. J. Blobelt)
Schloss Ehrenstein, 1998
Schloss Ehrenstein, 2012 Der in den Nordflügel des hiesigen Schlosses Ehrenstein integrierte Fliehturm ist der älteste bauliche Beleg für eine frühe Befestigung an diesem Platz. Das in seinem Grundriss fast rechteckige aus Naturstein bestehende Bauwerk bot den Bewohnern der ringsum verstreut liegenden Höfe und kleinen Siedlungen bereits um 700 einen sicheren Schutz. In der Folge wechselte die Anlage oft ihre Herren und damit auch ihre Bestimmung, so dass es auch immer wieder bauliche Erweiterungen und Veränderungen gab.
Zuverlässige Nachrichten weisen nach, dass später an dieser Stelle ein Stift stand. Zu demselben legte Lullus, Nachfolger des Bonifatius, um das Jahr 745 den Grundstein. Er errichtete hier eine Kirche und weihte diese im Jahre 777 zu Ehren Petri. Da die Kirche aber im Laufe der Zeit verfallen war, stellte sie Gozbert, Abt zu Hersfeld, im Jahr 980 wieder prächtig her. Er versah sie mit Reliquien der Heiligen, erweiterte die Anlage und erhob die Kirche zum ersten Chorherrenstift in Thüringen.
Im Jahre 1184, den 16. März, brannte unter dem damaligen Dekan Volmar das Chorherrenstift samt seiner Kostbarkeiten vollständig nieder.
Beim Wiederaufbau 1186 bekamen die Gebäude nun einen anderen Grundriss.
Die südliche Seite bekam eine Mauer, um den ganzen Komplex zu schließen und zu sichern.
In dieser Weise bestand das Benediktinerstift viele Jahre und hätte wohl auch noch bis zur Reformation hier gestanden, wenn nicht die häufigen und verheerenden Fehden der kleinen Herren in Thüringen in den Jahren 1330-1340 ausgebrochen wären. Diese haben dem Stift, welches nicht ausreichend befestigt war, vielfach großen Schaden zugefügt. Die Ordensbrüder wandten sich daher an die verwitwete Landgräfin Elisabeth in Gotha und baten, dass sie ihnen die Marienkirche auf dem Gothaer Schlossberg, welche mehr Sicherheit gewährte, einräumen möge.
Inzwischen hatte Hermann von Gleichen das Schultheißenamt über Ohrdruf, Wechmar u.s.w. von der Abtei Hersfeld erkauft und weil den Canonikern in Gotha die Sorge für die Klostergebäude lästig wurde, so überließen sie diese dem Grafen von Gleichen.
Graf Georg von Gleichen ließ im Jahre 1550 an die Stelle, wo bisher eine Mauer stand, durch den Baumeister Kirchhof einen Flügel aufbauen und bestimmte denselben laut Ehevertrag vom Jahre 1552 zum Sitz für seine Witwe. 1570 wurde an diesen Flügel ein Turm angebaut. Als Georg 1570 starb, nahm dessen Witwe, Gräfin Walpurgis aus dem Hause Spiegelberg und Pyrmont, mit ihren Söhnen Philipp, Ernst, Johann Ludwig und Georg hier ihren Wohnsitz. Ost- und Nordflügel blieben bis zum Jahre 1610 noch in unveränderter Gestalt.
Erst Graf Ernst bezog diese beiden Flügel mit ein, darüber hinaus legte er Gärten an und errichtete einige neue Gebäude, insbesondere das östlich des Schlosses gelegene Vorwerk. Der Neubau wie die Veränderungen der bereits vorhandenen Gebäude verursachte einen Aufwand von 30.000 Gulden, die Schlosskirche nicht mitgerechnet, diese hatte Agnes, geborene Gräfin von Hohenlohe Langenburg, auf ihre eigenen Kosten im Jahre 1617 herrichten lassen. So war nun das ehemalige Stiftsgebäude verschwunden. Die gesamte Anlage war nun zum Residenzschloss der Grafen von Gleichen geworden. Unverändert war nur die Kirche geblieben, die in ihrem Baustil viel gefälliges hatte und an der auf Anordnung der Grafen ein Hofprediger angestellt wurde. Als Graf Hans Ludwig, der letzte seines Stammes, am 17. Januar 1631 starb, kam die ganze Grafschaft Obergleichen an Grafen Georg Friedrich Kraft von Hohenlohe und Philipp Ernst von Hohenlohe.
Graf August Wilhelm von Hohenlohe, der sich sehr um den weiteren Ausbau des Schlosses bemühte, ließ Mitte des 18. Jahrhunderts Teile im Barockstil herrichten. Dem sogenannten Klosterturm wurde durch das Aufsetzen einer zwiebelförmigen Kuppel ein gefälligeres Äußeres verliehen.
Im Jahre 1869 wurde das Schloss vom Fürsten Hermann zu Hohenlohe dem Fiskus von Gotha verkauft und am 30. August von demselben übernommen.
Ab 1870 wurden die Räume des Schlosses vom Ohrdrufer Realgymnasium bezogen.
Die Stadt Ohrdruf übernahm Schloss Ehrenstein im Jahr 1924 zur gemeinnützigen Verwendung. Neben der Schule beherbergte das Schloss ab 1933 das Ohrdrufer Heimatmuseum.
Für das Ohrdrufer Schloss, welches über 400 Jahre lang alle kriegerischen Auseinandersetzungen und Stadtbrände fast unbeschadet überstanden hatte, begann der Leidensweg erst nach dem Krieg. Nach Verlegung der sowjetischen Schule und der Offizierswohnungen vom Schloss auf den Truppenübungsplatz herrschte Endzeitstimmung und es wurde schon laut über den Abriss nachgedacht. Die von der staatlichen Denkmalpflege der DDR erbrachten Leistungen konnten dem Verfall kaum Einhalt gebieten. So ist es zunächst auch den Mitgliedern des Kulturbundes (heute IG Schloss Ehrenstein) zu danken, dass das Schloss als historisches Kleinod erhalten blieb.
Organisationseinheiten
| Touristinformation Ohrdruf | |
| Schloss Ehrenstein - Touristinformation Schlossplatz 1 99885 Ohrdruf Telefon: 03624 31700100 E-Mail: information@ohrdruf.de | |
Vereine
- IG Schloss Ehrenstein e. V., Schlossplatz 3, 99885 Ohrdruf
- Förderverein Museum Schloss Ehrenstein e. V., Schlossplatz 1, 99885 Ohrdruf
Ansprechpartner/in
| Herr Dr. Sebastian Faulstich | |
| Stadtarchiv Schlossplatz 1 99885 Ohrdruf Telefon: 03624 31700150 E-Mail: archiv@ohrdruf.de | |
| Frau Isabell Hofmann | |
| Schloss Ehrenstein - Amt für Stadtmarketing, Kultur und Tourismus, Zimmer 1 - Amtsleitung Schlossplatz 1 99885 Ohrdruf Telefon: 03624 31700200 E-Mail: kultur@ohrdruf.de | |
| Herr Florian Vogt | |
| Stadtarchiv Schlossplatz 1 99885 Ohrdruf Telefon: 03624 31700151 Telefax: 03624 31700151 E-Mail: florian.vogt@ohrdruf.de | |







